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Wissenswertes zu Kempten
Kempten im Freistaat Bayern ist eine kreisfreie Stadt im Allgäu und nach Augsburg die zweitgrößtes Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben, wo sie auch als wichtige Hochschulstadt und Wirtschaftsstadt gilt. Aufgrund ihrer Lage und Größe wird Kempten auch oftmals als Hauptstadt des Allgäus bezeichnet. Zudem gilt sie als eine der ältesten Städte in Deutschland. Kempten gliedert sich auf 63, 28 km² in 155 Ortsteile. Die Einwohnerzahl beläuft sich auf etwa 69.500.Geschichtliches zur Stadt Kempten
Es heißt, dass die Geschichte der Stadt Kempten mindestens bis in die Zeit 15 v. Chr. verbunden mit der römischen Eroberung zurückreicht. Das 2. Jahrhundert wird als Blütezeit der Stadt angegeben. Im 3. Jahrhundert wurde sie zur römischen Grenzstadt durch die Verlegung des Donau-Iller-Rhein-Limes.
Ein wenig komplexer gilt die Geschichte der Siedlung im Mittelalter, da hier einige sich widersprechende Versionen in der Literatur der Stadtgeschichte zu finden sind. Es wird davon ausgegangen, dass auf der linken Illerhochterrasse ein Kloster seit Mitte des 8. Jahrhunderts bestand. Die beiden alten Kemptener Pfarrkirchen St. Lorenz und St. Mang sollen gar bis ins späte 7. Jahrhundert zurückreichen. Im Verlauf wurde das Kloster zum bedeutendsten und flächenmäßig größten Herrschaftsträger im Allgäu.
Kurz vor 1300 wurde die Iller in das heute vorhandene Bett verlegt, bis in die zweite Hälfte des 13. Jahrhunderts waren die Stadt und das Kloster durch den Fluss getrennt. Im 14. Jahrhundert konnte die Stadt ihren Status als Reichsstadt dank der Privilegien festigen. Sowohl der Handel mit lokal gefertigten Erzeugnissen wie auch der Fernhandel mit Salz bildeten die wirtschaftliche Grundlage. Ein neuer Wirtschaftszweig entstand mit den ersten beiden Papiermühlen im Jahr 1477.
Im Jahr 1525 erwarb die Reichsstadt durch den "Großen Kauf" vollständige Unabhängigkeit. Über die Zeit ebnete sich dann der Weg von der Reichsstadt zur Reformation. Der Dreißigjährige Krieg hinterließ auch in der Region Kempten Zerstörung und Todesopfer. Des weiteren fand in Kempten der letzte Hexenprozess Deutschlands im Jahr 1775 statt. Im Jahr 1802 wurde die Region dem Staatsgebiet von Bayern angeschlossen. Die Industrialisierung begann im Jahr 1847 mit dem Bau der König-Ludwig-Brücke und setzte sich über die Zeit mit der Ansiedlung von zahlreichen Fabrikanten fort.
Zum Stadtkreis wurde Kempten im Jahr 1935 erhoben. Der Zweite Weltkrieg ging auch an der Region Kempten nicht vorbei. Doch dank der vielfältigen Wirtschaft, der Randlage in Bayern und dem regen Bauen verzeichnete die Region ein allmähliches, aber stetiges Wachstum, welches sich bis in die heutige Zeit fortsetzt.
Persönlichkeiten und bekannte Einwohner von Kempten
Balthasar Riepp (1703 bis 1764) - deutsch österreichischer Maler
Carl von Linde (1842 bis 1934) - Ingenieur, Erfinder und Gründer der Linde AG
Franz Sperr (1878 bis 1945) - Gesandter der bayerischen Regierung in Berlin und Widerstandskämpfer
Max Mayr (1896 bis 1985) - Kommunalpolitiker (SPD) und Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime
Gerrick Freiherr von Hoyningen-Huene (*1944) - Rechtswissenschaftler
Alexander Hold (*1962) - Richter, TV-Seriendarsteller
Thomas Rathgeber (*1985) - Fußballspieler
Hochschulstadt und Wirtschaftsstadt Kempten
Die Hochschule Kempten existiert seit dem Jahr 1977 und wurden in den letzten Jahren stetig ausgebaut. Damit zählt sie zu einen der größten Fachhochschulen des Landes Bayern. Dank einem umfangreichen Bildungsangebot und etwa 1.000 Veranstaltungen je Semester ist die Fachschule sehr beliebt.
Im Regierungsbezirk Schwaben wird Kempten auch als "Wirtschaftslokomotive" bezeichnet. Dies liegt an der teils überdurchschnittlichen Kaufkraft, nicht zuletzt auch bedingt durch verschiedene exportorientierte Mittelstandsunternehmen sowie einer hohen Einkaufszentralität. Sie gilt als nicht unwichtige Einzelhandelsmetropole in Bayern.
Auch haben sich wichtige Unternehmen in Kempten angesiedelt, wie beispielsweise das Logistikunternehmen Dachser, die Molkereiproduktion Edelweiß (für Milkana, Bresso und Brunch) und die Kemptener Maschinenfabrik (produziert auch für Mercedes-Benz). Auch das Allgäuer Brauhaus hat ihren Verwaltungssitz in Kempten. Als Traditionsunternehmen gilt die Bahnhof-Apotheke, welche 1949 gegründet wurde und seit dem Jahr 1988 ihre eigenen Aromatherapie-Produkte in der Innenstadt produziert. Sie gilt zudem als eines der größten Unternehmen der Stadt Kempten mit über 320 Mitarbeitern.
Das Kreiskrankenhaus Kempten wurde 2012 geschlossen, als das Klinikum Kempten fertig ausgebaut war. Es gehört dem Klinikenverbund Kempten-Oberallgäu an und bietet die Versorgungsstufe II.
Sowohl der Allgäu-Radweg wie auch der Iller-Radweg führen durch die Stadt Kempten. Die beiden Radwege können aneinander angeschlossen werden. Des weiteren wartet die Stadt mit verschiedenen Park- und Grünanlagen sowie Landschaftsschutzgebieten auf, wie zum Beispiel dem Hofgarten, dem Stadtpark, die Burghalde sowie dem Stadtweiher und dem Schwabelsberger Weiher mit Grünflächen und Fußwegen. Die sagenumwobene Georgsinsel ist auch als Naturdenkmal eingetragen. So ist das Gebiet durchaus auch ein beliebter Anlaufpunkt für Besucher.